thorns and contradictions

backspaceforward:

Olivia Frederikke @ Le Management (Denmark)
All the faces unforgettable in dusk
Will blend to yours,
And the footsteps like a thousand overtures
Will blend to yours,
And there will be more drunkenness than wine
In the softness of your eyes on mine.
F. Scott Fitzgerald, City Dusk (via fitzgeraldquotes)
Wo der Bürger zuschlägt, sieht er sich in die Enge getrieben. Das pausenlose Akkumulieren, Expandieren, Annektieren, waren die real beispiellos erfolgreichen Zwangshandlungen eines Paranoikers im fiktiven Kampf um nichts weiter als das nackte Leben. Die Lust, in Afrika Schwarze zu jagen, hätte einmal erlahmen können; nicht so der Pflichteifer, im Kongo das Vaterland zu verteidigen und die abendländische Welt zu retten. Mit der Umbenennung der Kriegsministerien in Verteidigungsministerien hat man den Zusammenhang von paranoider Angst und aggressiver Gewalt übrigens stillschweigend zugegeben.
Wolfgang Pohrt: Endstation, S. 52
nickelsonwooster:

Cut.
Was die Menschen verloren haben, davon reden sie. Solange sie es besitzen, reden sie davon nicht. Im Pariser Mai 1968 wurden die verblichenen Hoffnungen aus der Anfangszeit des Atomzeitalters noch einmal ins Bewusstsein geholt, um sie anständig beerdigen zu können. Die Revolution war ein Trauerzug, das revolutionäre Paris war ein Friedhof, und die Häuserwände waren Grabsteine, auf denen hin gekritzelt die Namen der Verstorbenen standen. Es waren Parolen wie Sous les pavés, la plage, L´imagination prend le pouvoir!, Soyez réalistes, demandez l´impossible.
Aktuelle Beispiele wären der Refrain von Obamas erster Wahlkampagne, Yes we can. So singt man, wenn man nicht mehr kann. Wer kann, singt nicht, sondern macht. Desgleichen Buchtitel wie “Der kommende Aufstand” oder “Empört euch!”. Sie sind ein Abschiedsgruß, ein Winke-Winke und kein Signal zum Aufbruch. Die Zeit für solche Dinge ist vorbei – so der Klartext der Botschaft –, sie sind Kulturmüll geworden. Dann rücken Fernsehen und Feuilleton an und entsorgen die Überreste umweltfreundlich durch Recycling.
Wolfgang Pohrt, Das allerletzte Gefecht, S.19. (via eyhier)
Tatsache ist zum Beispiel, daß wir alle derzeit die Verfolgung von Ausländern dulden. Ob wir diese Verfolgung mißbilligen, verurteilen, verabscheuen und so weiter spielt dabei nicht die geringste Rolle, weil die Verfolgten sich nicht für unseren Seelenzustand interessieren müssen, sondern ganz allein für ihre eigene Haut. Sie haben ein Recht darauf, Resultate sehen zu wollen. Sie sind nicht verpflichtet, sich von uns belabern lassen zu müssen, wieviel guten Willen wir doch hätten, wie uns das alles schmerzen würde, etc.
Gerade die Linken begreifen das nicht. Sie meinen andere mit Darlegungen ihrer höchst belanglosen Gemütslage belästigen zu dürfen, mit dieser ewigen Intellektuellen-Schnulze, wie man selber unter den deutschen Untaten am meisten litte und sich dafür schäme etc. Sie meinen, die Neigung zum Kitsch weise sie aus als die besseren Menschen. Das aber ist ein Irrtum.
Wichtig ist nur, daß die Verfolgung geschieht, und daß wir sie nicht verhindern. Ob aus Ohnmacht, Feigheit, Apathie ist wieder ganz egal. Es ist egal für die Verfolgten. Die wollen nicht unsere Entschuldigungen hören, sondern die wollen ihre Ruhe. Deshalb sind die Szenen so ekelhaft, wo Deutsche zu niedergebrannten Häusern türkischer Familien pilgern, um sich dort kräftig auszuflennen.
Wolfgang Pohrt, Neues vom Dauerzustand, 1993 (via eyhier)
Wem an der menschlichen Einrichtung der Welt liegt, der kann auf keine Appellationsinstanz blicken: weder auf bestehende noch auf zukünftige Macht. Was ‘man’ mit der Macht anfangen soll, wenn man sie einmal hat, … verliert im Kampf gegen sie an Bedeutung. Die Frage setzt den Fortbestand dessen voraus, was verschwinden soll: die Verfügungsgewalt über fremde Arbeit.
Max Horkheimer (1940)
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